Krieg im Nahen Osten und die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft

Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten hat nicht nur gravierende humanitäre und geopolitische Folgen, sondern wirkt sich auch zunehmend auf die globale Wirtschaft aus. Als exportorientierte Volkswirtschaft spürt insbesondere Deutschland die indirekten Effekte des Kriegs. Steigende Energiepreise, Unsicherheiten im Welthandel und geopolitische Spannungen stellen Unternehmen und Politik vor neue Herausforderungen.

Energiemärkte unmittelbar betroffen

Eine der unmittelbarsten Auswirkungen betrifft die Energiemärkte. Der Nahe Osten ist eine zentrale Region für die globale Öl- und Gasproduktion. Bereits kleine Störungen oder Befürchtungen von Lieferengpässen können zu starken Preisschwankungen führen. Für Deutschland, das weiterhin einen großen Teil seiner Energie importiert, bedeutet dies steigende Kosten für Industrie, Transport und Haushalte. Besonders energieintensive Branchen wie Chemie, Stahl oder Glas stehen unter Druck. Allerdings hat die deutsche Wirtschaft ihre Energieabhängigkeit in den vergangenen 40 Jahren deutlich reduziert. Zum einen liegt das an einer spürbar gesteigerten Energieeffizienz in vielen Industrieprozessen und zum anderen in der Transformation der Wirtschaft mehr und mehr Wertschöpfung im Dienstleistungssektor zu generieren. Der Dienstleistungssektor benötigt per se sehr wenig Energie.

Spritpreise, Steueranteil und Preisanstieg im Europavergleich

Hart getroffen

werden in erster Linie der Transportsektor und die privaten Haushalte, da diese den Preiseffekt unmittelbar an der Tankstelle erfahren. Dabei fällt auf, dass in Deutschland die Spritpreise besonders kräftig angezogen sind. Dies ist umso verwunderlicher, da Deutschland über die größte Raffineriekapazität Europas verfügt und daher die kürzesten Transportwege zu den Tankstellen verzeichnet.
Die gute Nachricht ist aber, dass Sprit in Deutschland zwar teurer geworden ist, jedoch sind keine Engpässe zu befürchten, da über 90 % der Erdölprodukte aus gesicherten Lieferquellen stammen (Nordsee und USA).
Quelle: www.destatis.de, Abruf 16.03.2026

80 % des LNG geht nach Asien - nur 20 % nach Europa

In Asien hingegen ist man von den Öllieferungen aus dem Nahen Osten angewiesen, hier sind bereits Mengenbeschränkungen und Engpässe spürbar, was zu Verzögerungen in den Lieferketten führt. Wie stark sich der Krieg langfristig auf die deutsche Wirtschaft auswirkt, hängt vor allem von seiner Dauer und möglichen Ausweitungen des Konflikts ab. Kurzfristig ist mit anhaltender Unsicherheit und erhöhten Kosten zu rechnen. Erste Störungen in den Lieferketten im Asienhandel sind bereits spürbar, noch sind es aber nur zeitliche Verzögerungen und noch keine Ausfälle. Wenn dies so bliebe, würde sich die wirtschaftliche Aktivität nur verschieben.

Anteil Transport von LNG nach Asien und Europa in Prozent

An den Finanzmärkten sorgt der Krieg für Nervosität. Investoren reagieren häufig mit Vorsicht auf geopolitische Risiken. Dies führt zu stärkeren Schwankungen an den Börsen und lässt die Risikoprämien steigen. Kurzfristige Krisengewinner sind derzeit Unternehmen der Mineralölwirtschaft und internationale Reedereien, da diese von den Preiseffekten am stärksten profitieren. Mittel- bis langfristig zeigt dieser Konflikt aber einmal mehr, wie wichtig es für große Volkswirtschaften ist, sich von externer Energieversorgung möglichst unabhängig zu machen. Daher scheint es plausibel, nationale Energieerzeugungskapazitäten aufzubauen, die durch heimische Betriebsstoffe nutzbar sind. Hierzu zählt auch ausdrücklich Sonne, Wind und Wasserkraft.

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