Warum man am Kapitalmarkt nie ganz aussteigen darf

Es liegen teils wilde Wochen an den internationalen Kapitalmärkten hinter uns. Nach zwei positiven Monaten zu Jahresbeginn, radierte der März die aufgelaufenen Gewinne wieder aus und teils darüber hinaus. Grund sind die kriegerischen Handlungen im Nahen Osten. Mit Blick auf die Börsen werden viele Anleger denken, „wäre ich doch bloß Ende Februar komplett ausgestiegen“. So eingängig es klingt, es wäre nicht richtig gewesen.

Warum das denn, fragen Sie sich?

Die Antwort lautet, Kapitalmärkte verlaufen nicht geradlinig. Phasen starker Kursgewinne wechseln sich mit Rückschlägen und Krisen ab. In der langen Frist gewinnen die Märkte aber an Wert, da die Unternehmen durch Know-How und Gewinn Akkumulation wertvoller werden. Das Problem ist das Timing. Als Anleger weiß ich im Vorfeld nicht, wann die Börsen wieder zulegen werden. Dabei wird der Effekt, an den besten Börsentagen nicht investiert zu sein, grandios unterschätzt. 

Hier ein Zahlenbeispiel für den DAX:

Renditen der letzten 25 Jahre für den DAX

Quelle: Datastream, AllianzGI, eigene Darstellung

Wer in den vergangenen 25 Jahren (von 2000 bis 2025, also 9.125 Tage) fortwährend im DAX investiert war, konnte eine jährliche Rendite vor Kosten und Steuern von 5,49 % erzielen. Anleger, die in diesem Zeitraum die 20 besten Börsentage verpasst haben, erzielten eine jährliche Rendite von -0,44 %. Anleger, die die besten 40 Tage verpassten, mussten einen jährlichen Verlust von -4,30 % akzeptieren. Diese Rechnung ist natürlich negativ verzerrt, da alle negativen Börsentage einbezogen werden und nur die besten Tage herausgerechnet werden. Dennoch zeigen die Daten sehr eindrucksvoll, wie schwierig das richtige Timing ist und wie stark die besten Börsentage auf die langfristige Wertentwicklung wirken.
Diese sehr positiven Börsentage treten oft unmittelbar nach Krisen auf – also genau dann, wenn viele Anleger noch abseitsstehen. Markttiming funktioniert daher nur sehr selten. Der Wiedereinstieg gelingt in der Praxis kaum, weil niemand zuverlässig erkennt, wann die besten Tage kommen. Dies bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass man in Krisenphasen nicht auch Depotanteile verkaufen sollte, um Gewinne zu sichern und die Schwankungsbreite zu reduzieren. Jedoch sollte man auf keinen Fall gänzlich aus dem Kapitalmarkt aussteigen, besonders nicht aus dem Aktienmarkt. Andernfalls verpasst man die Erholungsrallye.

Unser Fazit

Überlegen Sie, ob Gewinne gesichert werden sollen oder ob ein Wiedereinstieg in bestimmte Branchen und Märkte opportun erscheint.

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