Aufgeheizte geopolitische Lage

Die geopolitische Lage hat sich in den vergangenen Wochen spürbar aufgeheizt. Wir stehen mittlerweile drei großen Konfliktherden gegenüber: Neben dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, der seit drei Jahren unvermindert tobt und der Auseinandersetzung zwischen Israel und der Hamas in Gaza, befand sich Israel nun auch mit dem Iran 12 Tage im Krieg.

Berüchtigte Meerenge: Die Straße von Hormus

Die israelische Luftwaffe hat in mehreren Angriffen die Atomanlagen des Irans angegriffen, um diese zu zerstören. Auch wurden ranghohe Offiziere getötet, um das iranische Militär zu schwächen. Am 22. Juni 2025 sind die US-Amerikaner in den Konflikt eingetreten und haben ihrerseits die iranischen Atomanlagen mit bunkerbrechenden Waffen beschossen. Ziel dieser Kampfhandlungen ist die endgültige Zerstörung des iranischen Atomprogramms, an dessen Ende die Entwicklung einer Nuklearwaffe steht.

Militärisch ist der Iran den israelischen Möglichkeiten unterlegen, erst recht solange die US-Armee Israel unterstützt. Jedoch kann der Iran eine wirtschaftliche Waffe einsetzen, die die gesamte Welt zu spüren bekäme. Nämlich die Sperrung der „Straße von Hormus“ (siehe Karte). Diese natürliche Meerenge weist eine Breite von nur 55 Kilometern aus und ist damit leicht durch Kriegsschiffe zu besetzen. Diese Meerenge ist deshalb so bedeutend, da etwa 20 % des globalen Rohölangebots durch die Straße von Hormus transportiert werden. Würden diese Mengen dem Weltmarkt entzogen, ist ein signifikanter Anstieg der Ölpreise die Folge.

Karte mit Ländern an der Strasse von Hormus

Quelle: tagesschau.de, Abruf 23.06.2025

Laut Schätzungen des US Nachrichtenanbieters Bloomberg könnte dies den Ölpreis auf bis zu 130 US-$/Barrel treiben. Das wäre vom heutigen Standpunkt aus fast eine Verdopplung. Wirtschaftlicher Profiteur einer solchen Preisentwicklung wären in erster Linie globale Ölunternehmen, die ihre Margen spürbar ausweiten könnten. Ironischerweise sind das allen voran die US- Ölunternehmen, die dann wohl die Produktion in den USA weiter hochfahren würden und so einen Teil der ausbleibenden Öllieferungen zu deutlich höheren Preisen ersetzen würden. Aber auch in Europa finden sich große Energiekonzerne, die von steigenden Ölnotierungen profitieren würden.
Ob es so weit kommt ist aber ungewiss, da sich der iranische Staat damit wirtschaftlich selbst schädigen würde, wenn diese Handelsroute wegfiele. Sind doch Rohöl und Erdgas nahezu die einzigen Güter, die der Iran exportiert.

Keine Panikverkäufe, sondern diversifizieren

Wie es auch kommen mag, ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Kapitalmärkte auf geopolitische Krisen zwar durchaus erratisch, aber nur selten nachhaltig reagieren. In den letzten 25 Jahren hat es eine Vielzahl von kriegerischen bzw. terroristischen Auseinandersetzungen gegeben, nach anfänglichen Kursverlusten waren diese jedoch in den meisten Fällen bereits nach 12 Monaten egalisiert (siehe Grafik). Während der letzten 11 geopolitischen Großereignisse (beginnend mit dem ersten Golfkrieg und endend mit dem Russland-Ukraine-Konflikt) lag der S&P 500 eine Woche nach dem Ereignis im Durchschnitt nur 0,3 % niedriger und 12 Monate später im Durchschnitt 7,7 % höher (Säulen: 12 Monatsperformance nach Ereignis; grüner Punkt: 1 Wochenperformance).

Es tritt ein Gewöhnungseffekt ein, der die Marktteilnehmer zügig wieder den Blick auf die wirtschaftlichen Kennzahlen legen lässt und diese sind aktuell besser als es die Lage vermuten lässt.

Auswirkungen geopolitischer Konflikte

Unser Rat

Überprüfen Sie gemeinsam mit Ihrem Anlageberater Ihre Anlagestrategie, ob diese immer noch geeignet ist, Ihre langfristigen Ziele zu erreichen. Besonders Investmentfonds, die auf dividendenstarke Aktien setzen, sollten sich in einem gut diversifizierten Portfolio wiederfinden. Gleichzeitig bietet sich für Indizes und ETFs eine „buy the dip“ Strategie im aktuellen Marktumfeld.

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