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UN-Klimakonferenz in Marrakesch: Wie erfolgreich war die Festlegung erster Klimaschutzmaßnahmen?

#Nachhaltige Geldanlage

23. November 2016

Auszug aus dem Newsletter vom 23.11.2016 von Mountain-View Data GmbH

Die siebte Ausgabe des alle zwei Jahre erscheinenden Marktberichts (European SRI Study) von Eurosif hat erneut zweistellige Wachstumsraten für nachhaltige und verantwortliche Geldanlagen ergeben. Die Zuwächse reichen dabei von 30 Prozent für Engagement und Stimmrechtsausübung bis zu 385 Prozent für Impact Investment. Auch aufgrund der Rückkehr von Privatanlegern (+547% seit 2013) an den Markt für nachhaltige Investments wächst dieser schneller als der gesamte europäische Anlagemarkt (+25%). Am Wochenende ging die 22. UN-Klimakonferenz (COP 22), dieses Jahr durchgeführt in Marrakesch, mit teilnehmenden Vertretern aus über 190 Ländern der Welt zu Ende.

Nachdem im Pariser Klimaabkommen im vergangenen Jahr beschlossen wurde, zur Reduktion der Klimawandelauswirkungen die globale Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius in diesem Jahrhundert zu begrenzen, war das Ziel der COP 22 nun, erste, konkrete Maßnahmen für die tatsächliche Umsetzung des Klimavertrages festzulegen. Bisher haben ihn bereits mehr als 100 Länder unterzeichnet, doch die vorgelegten, länderspezifischen Klimaschutzziele würden Experten zufolge noch nicht ausreichen, um das im Klimaabkommen definierte globale Ziel tatsächlich erreichen und die fortschreitende Erderwärmung eindämmen zu können. Obwohl viele Länder mit den Ergebnissen der Konferenz in Marrakesch unzufrieden sind, ist jedoch das Engagement einzelner Nationen sehr positiv zu beurteilen, für die die internationale Entwicklung noch zu langsam vorangeht. Diese haben nämlich neue, drastischere Klimaschutzmaßnahmen für die kommenden Jahre vorgelegt.

48 Staaten für raschen Ausstieg aus Kohleenergie

Besonders ärmere Länder leiden unter den Auswirkungen des Klimawandels. Sie sind immer extremeren Wetterbedingungen, Erdrutschen oder Überschwemmungen ausgesetzt, auf kleineren Fidschi-Inseln beispielsweise zeichnet sich sogar bereits ein Anstieg des Meeresspiegels ab, wodurch ihre Einwohner mit großen Problemen zu kämpfen haben. Solche Länder können sich nur schwer von diesen Katastrophen erholen, weil ihnen auch die finanziellen Mittel fehlen. Doch gerade diese – insgesamt 48 – ärmeren Staaten sind es nun, die nach der Klimakonferenz einen besonders schnellen Ausstieg aus der klimaschädigenden Kohleenergie umsetzen und ihre Energiegewinnung bis 2050 zur Gänze auf erneuerbare Energie umstellen möchten. Das Klimaabkommen zielt darauf ab, dass sie dabei von Industriestaaten mit finanziellen und technischen Mitteln unterstützt werden.

Alle Augen auf die USA gerichtet

Eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung des Klimaabkommens werden nun auch die USA spielen – während sich der derzeit noch amtierende US-Präsident Obama stark für den Kampf gegen den Klimawandel eingesetzt und das Klimaabkommen im September dieses Jahres ratifiziert hat, steht das künftige Staatsoberhaupt, Donald Trump, diesem negativ gegenüber. Trump, bekanntlich ein Klimawandelskeptiker, kündigte in seinem Wahlkampf bereits an, aus dem Klimavertrag „austreten“ zu wollen. Die USA ist hinter China der weltweit zweitgrößte Verursacher von CO2-Emissionen. Unter der Führung des neuen Präsidenten dürfte sich an den hohen Treibhausgasemissionen des Landes aber kaum etwas ändern, im Gegenteil. Trump hält nichts von erneuerbarer Energie und möchte stattdessen wieder konventionelle Energieformen wie Kohle und Erdöl fördern. Die Ländervertreter hatten auf der Konferenz in Marrakesch zwar versichert, der Pariser Klimavertrag könnte auch ohne die USA weiterlaufen, dennoch würde aber ein tatsächlicher Austritt dieses Schwergewichts das Abkommen empfindlich schwächen. Inzwischen hat Trump allerdings angekündigt, seinen geplanten Ausstieg aus dem Klimaabkommen noch einmal überdenken zu wollen, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen werde.